Geschichte des EHC Timmendorfer Strand

Anfangsjahre des ETC Timmendorfer Strand

Der Eissport- und Tennisclub Timmendorfer Strand wurde 1985 gegründet.

ERste-Mannschaft-1985

Der professionelle Spielbetrieb begann zunächst in der Landesliga Hamburg/Schleswig-Holstein, dem durch einen zweiten Platz der sofortige Aufstieg in die Regionalliga-Nord folgte. In der darauffolgenden Saison wurde die Mannschaft auf Anhieb Vizemeister und sicherte sich den Aufstieg in die Oberliga Nord. Im gleichen Jahr erfolgte die Gründung der Nachwuchsabteilung mit zunächst sechs Kindern, welches sich im nächsten Jahr auf 25 aufstockte. Die erste Mannschaft konnte in ihrer Debütsaison in der Oberliga durch den zweiten Platz in der Qualifikationsrunde den Klassenerhalt sichern; im folgenden Jahr nahm der ETC an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga teil. Die Saison 1991/92 war die bis dato erfolgreichste des jungen Vereins, als die Oberligameisterschaft gegen den TuS Geretsried eingefahren wurde.

Mannschaft-1992

Ein Aufstieg war jedoch aufgrund der Umstrukturierung der Ligen im darauffolgenden Jahr nicht möglich. Auch 1993 nahm der Verein ebenfalls an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga teil, verpasste dort aber die sportliche Qualifikation. Nach der Vizemeisterschaft 1994 und dem anschließenden Einzug in das Playoff-Finale durften die Timmendorfer theoretisch in der Deutschen Eishockey-Liga antreten, verzichteten jedoch aufgrund der zu geringen Zuschauerkapazität der Eishalle auf den Aufstieg. Es folgten weitere Jahre in der 1. Liga Nord, ehe nach der Spielzeit 1996/97 der Eissport- und Tennisclub Timmendorfer Strand durch den Ausstieg des Hauptsponsors Hawesta Insolvenz anmelden musste.

Gründung des EC Timmendorfer Strand

Nach der Neugründung des Eishockey Clubs Timmendorfer Strand durfte die Mannschaft in der nachfolgenden Saison in der Regionalliga Nord antreten, in der der sofortige Wiederaufstieg in die 1. Liga Nord gelang. Diese Liga bekam am Ende der Saison 1998/99 wieder ihren alten Namen Oberliga Nord. In den folgenden beiden Jahren spielte die erste Herrenmannschaft in der Liga bis zu deren Selbstauflösung im Sommer 2001, in deren Folge der ECT in die Regionalliga eingegliedert wurde. Dort spielte die Mannschaft bis zur Saison 2005/06, ehe sie erneut Konkurs anmelden mussten.

EHC Timmendorfer Strand

Kurz vor dem Insolvenzantrag für den ECT wurde der EHC Timmendorfer Strand 06 gegründet, unter dessen Dach der Spielbetrieb des Amateur-, Damen- und Nachwuchsbereich des ECT fortgeführt wurde. Die Mannschaft startete in der Verbandsliga Nord-Ost und konnte sich dort mit einer stark verjüngten Mannschaft, bestehend aus einheimischen Spielern, die Liga und den Titel des Verbandsligameisters sichern. Nach dem erneuten Aufstieg in die Regionalliga wurde dort die Qualifikation für die Meisterrunde geschafft. Die Spielzeit 2008/09 schloss die Mannschaft auf dem zweiten Platz nach der Vorrunde sowie dem Vizemeistertitel nach der Meisterrunde ab. Während der Saison bekam der Verein durch die Verpflichtung von Torhüter Wyatt Russell, Sohn der Schauspieler Goldie Hawn und Kurt Russell, deutschlandweite Aufmerksamkeit in den Massenmedien. In der Regionalliga Saison 2009/10 erreichten die Beach Boys sowohl nach der Vorrunde als auch in der Meisterrunde den 3. Platz. In der Saison 2010/11 startet man in der neuen Oberliga Nord und nach zwei Vizemeisterschaften 2011 und 2012 gewann man in der Saison 2012/2013 den Meistertitel der Oberliga Nord.

Weitere Mannschaften

Neben der 1. Herrenmannschaft gibt es beim EHCT06 auch noch eine 2. Herrenmannschaft, den Timmendorf STORM (Regionalliga Nord) und Jugendmannschaften verschiedener Altersklassen.

Frauenmannschaft

Erstmals nahm noch unter dem Dach des ECT in der Saison 1993/94 eine Frauenmannschaft am Spielbetrieb teil, die in der Saison 2004/05 und 2005/06 in der zweitklassigen 2. Liga Nord spielte. Nach dem Ende des ECT setzte die Mannschaft den Spielbetrieb unter dem Dach des EHCT06 in der Saison 2006/07 in der untersten Spielklasse fort und nahm in der Saison 2009/10 in der drittklassigen 1. Damenliga Nord teil.[2]

Bedeutende ehemalige Spieler

Für den ETC Timmendorfer Strand, EC Timmendorfer Strand und den EHCT06 spielten schon viele bekannte Spieler, unter anderem Mark MacKay, der Ex-Kapitän der deutschen Nationalmannschaft oder Jeff Tomlinson, dem ehemaligen Trainer der DEG Metro Stars und der Nürnberg Ice Tigers in der DEL. Ģirts Ankipāns, aktueller lettischer Nationalspieler und Olympiateilnehmer, sowie Joe West, Torschützenkönig der DEL 1997/1998, spielten erfolgreich in Timmendorfer Mannschaften, ebenso wie der deutsche Nationalstürmer Tomáš Martinec sowie Kerry Goulet, Henry Thom und Marvin Glaser.

Im Jahr 1999 setzte man ein solidarisches Ausrufezeichen, indem man den kanadischen gehörlosen Nationalspieler John Guirestante holte[3], der jedoch 2001 bereits im Alter von nur 26 Jahren verstarb.[4] Darüber hinaus standen mit Sven Rampf und Mario Gehrig erfolgreiche DEL-Spieler im Kader der Timmendorfer. Für die erste Herrenmannschaft waren unter anderem mit Greg Poss und Tom Pokel deutschlandweit bekannte Trainer tätig.

Jugendarbeit

Seit der Saison 1989/90 nehmen Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil. Die Knabenmannschaft ist aktueller Norddeutscher Meister, Schüler- und Jugendmannschaft waren Norddeutsche Vizemeister. Die Jugendarbeit des EHC Timmendorfer Strand 06 und seiner Vorgängervereine ist äußerst erfolgreich und hat in den letzten Jahren immer wieder Spieler hervorgebracht, die sich im Herrenbereich in höheren Ligen durchsetzen konnten. Beispiel hierfür sind die Brüder Thorben und Patrick Saggau. Andere Nachwuchsspieler, die ebenfalls recht erfolgreich spielten waren: Vincent Harmsdorf, Moritz Meyer, Eike Wagner, Thomas Wünsche, Julian Bartsch und Alexander Giese.

Spielstätte

Aktuelle Spielstätte des EHC Timmendorfer Strand 06 ist das Eissport- und Tenniszentrum Timmendorfer Strand mit einer Kapazität von 1.900 Zuschauern. Es ist Eigentum der Gemeinde Timmendorfer Strand und diese wollte den Betrieb zum Ende des Pachtvertrages, der bis Ende April 2005 lief, einstellen. Der Verein fing mit Hilfe seiner Anhänger im Sommer 2004 an um den Erhalt der Eishalle, die besonders für den Jugend- und Breitensport einen hohen Stellenwert hat, zu kämpfen. Es entwickelte sich hieraus ein Bürgerbegehren und am 28. November 2004 kam es zum Bürgerentscheid, der mit großer Mehrheit gewonnen wurde. Damit war der Erhalt der Halle und des Vereins gesichert. Gemeinde und Verein haben sich auf einen Pachtvertrag für fünf Jahre plus Option für weitere 5 Jahre geeinigt. Im Frühjahr 2006 wurde eine Spielbetriebs GmbH gegründet, in die die erste Seniorenmannschaft ausgelagert wurde.